Dom Minden  
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Weltweite Kirche

Pfarrbrief vom 01.12.2002:
Die Adventszeit, in die wir mit diesem Sonntag eingetreten sind, lädt uns zu erhöhter Wachsamkeit ein. Das Evangelium zum 1. Advent endet mit dem Wort Jesu an seine Jünger: "Was ich euch sage, das sage ich allen: Wacht!" (Mk 13,37). Wem gegenüber sollen wir wachsam sein? Sollen wir auf Terroristen achten? Oder gilt die Aufforderung Jesu dem Straßenverkehr? Sollen wir uns vor Dieben und Einbrechern schützen? Was hat Jesus mit Wachsamkeit gemeint? Will er uns auf die Unberechenbarkeit des Todes hinweisen?

Die Adventszeit gilt der Vorbereitung auf das Kommen Gottes in die Welt. Wie könnten wir uns besser darauf einstellen als durch die Sorge um Menschen in Not! Die Bibel spricht von der Nächstenliebe, obwohl zu ihr auch die Fernstenliebe zählt. Wer nur an sich selbst denkt, ist nicht wachsam im Sinne Jesu. Gegenwärtig läuft in unserer Gemeinde die Aktion MARIA, die großen Anklang findet. Viele Tonnen an Kleidern, Wäsche, Haushaltswaren, Spielsachen wurden bereits verschickt. Die Spenden gehen nach Argentinien in eine der ärmsten Diözesen der Welt, die von einem Paderborner Bischof geleitet wird. In diesen Tagen erreichte uns ein Brief von Bischof Stöckler, in dem er schreibt:

In diesen Tagen kam hier der erste Container an, mit dem Ihr und Eure Gemeinde uns eine große Hilfe leistet bei unserer Arbeit in den zahlreichen Armenvierteln unserer Diözese. Ich danke Euch von ganzem Herzen für diese spontane Unterstützung, die für mich ein neuer Beweis der Vorsehung Gottes ist, die mich hier begleitet, seit ich vor 33 Jahren den Ozean überquert habe, um im Namen des Bistums Paderborn der Kirche in Argentinien zu helfen. Ich danke Dir, lieber Paul, für Deine Verbundenheit, die Du nach so vielen Jahren offenbarst und an der Du die Mitarbeiter und Mitglieder Deiner Gemeinde teilnehmen lässt! Ich danke Pfarrer Ricke, der sein Silbernes Priesterjubiläum zum Anlass genommen hat, um mir hier zu helfen. Ich danke der Familie des Dr. Panthenius, die aus Liebe zur Muttergottes die Welt in Bewegung setzt, um den Glauben in tatkräftige Hilfe umzusetzen!

Die wirtschaftliche Situation Argentiniens ist heute äußerst schwierig. Mit der Verarmung nimmt in unseren Vierteln gleichzeitig die Kriminalität in alarmierender Weise zu. Unsere Gemeinden, vor allem die sozialen Unternehmungen, sind ein wichtiger Ort, um die Solidarität und den gegenseitigen Schutz zu wahren. Ich bitte Euch, all denjenigen, die an der Aktion zu Gunsten unserer Armen teilgenommen haben, meinen aufrichtigen Dank zu vermitteln. Ich grüße und segne Euch in der Liebe Christi und seiner gebenedeiten Mutter.

Luis (Dieter) Stöckler, Bischof von Quilmes, Argentinien.

Da das Geld knapper wird, sollten wir in der Adventszeit sorgfältig überlegen, wie wir es verwenden, damit wir die Armen in unserer Umgebung und auch die in der weiten Welt nicht aus den Augen verlieren. Wer offen ist für das Gute, ist ein wachsamer Christ. Ein solcher Mensch hat auch die Tür seines Herzens für den Herrn geöffnet.
 
Ihr

Paul Jakobi
Propst

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