Dom Minden  
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Missionsprojekte unserer Gemeinde

Pfarrbrief vom 30.06.2002:
Das Fest der Apostel Petrus und Paulus regt dazu an, einen Blick auf die Weltkirche zu werfen. Der hl. Petrus und alle seine Nachfolger tragen eine große Verantwortung für die Weitergabe des Glaubens in den Völkern der Erde. Der hl. Paulus gilt als einer der größten Missionare, vor allem in den Anfängen der Kirche. Die riesigen Entfernungen auf seinen drei Missionsreisen von Jerusalem bis Spanien musste er zu Fuß oder mit dem Schiff überwinden.

Selbstverständlich beteiligt sich auch die Dom- und St. Mauritiusgemeinde an den großen Missionswerken, zu denen die deutsche Kirche regelmäßig aufruft: MISSIO, MISEREOR, ADVENIAT und RENOVABIS. Diese bischöflichen Werke brauchen die Unterstützung aller Kirchengemeinden, damit sie Missionsprojekte planen und verwirklichen können. Die Hilferufe aus den armen Ländern der Welt sind so intensiv, dass niemand Augen und Ohren verschließen kann.

Für viele Gläubige und Spender sind diese Werke allerdings sehr anonym; sie wünschen lieber Projekte über persönliche Kontakte. Dieses Anliegen ist verständlich und wird auch in unserer Gemeinde aufgegriffen. Zu den oben genannten großen Missionsprojekten kommen bei uns vier weitere hinzu, die nicht von der Gemeindeleitung vorgegeben wurden, sondern aus privaten Initiativen entstanden sind. Wir sind den Initiatoren sehr dankbar, zumal sie selbst erhebliche private Mittel und Kräfte investiert haben. Folgende Projekte werden von der Gemeinde unterstützt:

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Brunnenbau in Malawi. Malawi ist ein sehr armes Land in Afrika. Viele Menschen leiden und sterben, weil sie kein Wasser haben. Wasser ist lebenswichtig. Unser Gemeindemitglied Frau Lister hat Priester in diesem Land finanziell unterstützt. Dadurch hat sie auch Kenntnisse von den Problemen der Bevölkerung erhalten. Diese einheimischen Priester haben ihr in Absprache mit den Bischöfen die Not der Bewohner geschildert und vorgeschlagen, wegen der Trockenheit des Landes Brunnen zu bohren, um an das lebensspendende Wasser zu kommen. Frau Lister, die sich an Ort und Stelle von der Dringlichkeit solcher Unternehmungen überzeugen konnte, hat sich persönlich für den Brunnenbau eingesetzt, aber auch die Gemeinde zur Mitarbeit eingeladen. Inzwischen konnten neun neue Brunnen gebohrt und weitere ausgebessert und vertieft werden. "Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe" (Joh 4,14) bat die Frau am Jakobsbrunnen Jesus. Diese Bitte haben wir aufgegriffen.
 
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Häuserbau in Sri Lanka. Unser Gemeindemitglied Frau Ostmeier traf bei einem Urlaub auf die Not der Fischer, die in Sri Lanka am Meer in primitiven Hütten leben müssen. Sobald ein starker Sturm aufkommt, der das Wasser zum Land treibt, werden die Hütten überschwemmt und weggespült. In mehreren Gesprächen mit den Ortspfarrern und den ansässigen Ordensschwestern konnte ein Sponsor gefunden werden, der einen Streifen Land am Meer zur Verfügung stellte, auf dem man feste Häuser bauen konnte. Ein solches Haus mit einem Raum für die ganze Familie kostet umgerechnet 5.000 DM. Inzwischen konnten auch durch die Mithilfe unserer Gemeinde 50 solcher Häuser gebaut werden. Die glücklichen Einwohner haben dieses so entstandene kleine Dorf aus Dankbarkeit "Minden Village" genannt.
 
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Bischof Dieter Stöckler in Argentinien. Er stammt aus Eickelborn bei Lippstadt, war wie Propst Jakobi auf dem Ostendorf-Gymnasium in Lippstadt. Am 11. Mai dieses Jahres wurde er zum Bischof der Diözese Quilmes, eines der ärmsten Bistümer in Argentinien, ernannt. Unser Gemeindemitglied Herr Dr. Panthenius hat zusammen mit seiner Familie die Not erkannt und eine Hilfsaktion ins Leben gerufen. Die Familie Panthenius hat durch ihre früheren Einsätze für verschiedene Projekte in armen Ländern große Erfahrungen gesammelt, die sie auch jetzt wieder unter der Aktion MARIA (Modisches, Ausrangiertes, Rares, Interessantes, Altes) einbringen. Die ersten Container sind bereits unterwegs. Nun soll auch aus der Gemeinde mit Kindergärten und Schulen diese Aktion anrollen, um den Armen im Lande lebenswichtige Güter zur Verfügung zu stellen.
 
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Hilfe für Straßenkinder in Recife/Brasilien. Benedikt Lennartz, ein Neffe unseres Gemeindemitgliedes Frau Lohbeck, ist Salesianerpater und hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus den 600 Slumgebieten der 3-Millionenstadt Recife die Straßenkinder, die wegen der Armut von ihren Eltern verlassen wurden, zu sammeln und ihnen wieder Zukunft, Brot und Heimat zu geben. Im Jahre 2000 konnten 65 Kinder im Haus des Paters betreut werden und 25 in ihrem Elendsviertel; zu 20 Kindern wird auf der Straße Kontakt gehalten. Eine schwierige Aufgabe! Umso mehr verdienen die mutigen Helfer in Recife unsere Unterstützung.

Jede finanzielle und persönliche Hilfe wird dankbar angenommen. Alle Spenden gehen ungekürzt in die gewünschten Projekte. Danke allen, die so ihren Glauben leben.
 
Ihr

Paul Jakobi
Propst

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