Dom Minden  
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Weihnachtspfarrbrief

Pfarrbrief vom 21.12.2003:

Anbetung der Hl. 3 Könige

Liebe Schwestern und Brüder!

„Siehe wir kommen, kommen mit Jauchzen, unsere Gaben zu bringen.“

Mit dieser Antiphon werden in Gottesdiensten häufig die Gaben zum Altar getragen. Die Ministranten bringen Brot und Wein zu dem Priester, damit sie in Christi Leib und Blut verwandelt werden. Das Bild auf der Titelseite unseres diesjährigen Weihnachtsbriefes erzählt von der Darbringung der Gaben zur Krippe. Die hl. drei Könige haben sich auf den Weg gemacht, dem göttlichen Kind ihre Geschenke zu bringen: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Mächtigsten der Erde verneigen sich vor dem ohnmächtigen Kind; sie bringen das Wertvollste, was sie haben und schenken es einem Menschen in Armut; ihr Weg durch die Wüste begann in ihren Palästen und führte sie in einen Stall.

Die Szene wird von Gegensätzen beherrscht.

Die Anbetung des Kindes durch die hl. drei Könige ist keine ferne Geschichte, sondern lebendige Gegenwart. In diesem Ereignis spiegelt sich unser Leben: fragen, suchen, finden und schenken. Die Könige sind keineswegs die Sicheren, die alles wissen, sondern Fragende auf dem Weg zur Wahrheit und zum Licht. Gott in einer sich ständig verändernden Welt immer wieder neu zu suchen, ist unsere Aufgabe heute. So gibt es vielleicht ein erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche.

Die Könige fanden ein Kind im Stall - ganz anders als sie erwartet hatten. Trotz dieser unköniglichen Begegnung wandten sie sich nicht enttäuscht ab, sie verfluchten nicht einen Betrug, sondern sie fielen nieder und beteten das Kind an.

Wie oft haben wir uns Gott anders vorgestellt: als einen, der Kriege verhindert, der Kinder schützt, der Übeltäter bestraft, der Terroranschläge verhindert und Gerechtigkeit herstellt. Das Kind in der Krippe hat alle diese Gottesbilder zerschlagen - auch bei den hl. drei Königen. Dennoch fielen sie nieder und beteten es an.

Wir dürfen Gott nicht verlieren, sonst haben wir nichts mehr, was wir anbeten können. Die Ersatzgötter, die sich nach vorn drängen, weil wir ohne Götter nicht leben können, reißen die Menschen in den Abgrund.

Der wahre Gott ist die Liebe, die sich in der Zuwendung zur Welt und Menschwerdung zeigt. Wer ihn anbetet, wird selbst beschenkt. Eine größere Gabe als die Liebe gibt es nicht. Darum können wir mit den hl. drei Königen an der Krippe singen: „Siehe wir kommen, kommen mit Jauchzen, unsere Gaben zu bringen.“ Diese Gaben sind wir selbst.

Ihr

Paul Jakobi, Propst


Weihnachtswünsche


Wir bitten Gott den Allmächtigen

er möge uns behilflich sein:

dass wir Weihnachten nicht

wie Karneval feiern,

dass wir das Wunder von Bethlehem

nicht mit einem Musical plus Dom-

führung plus Reeperbahn plus Hafen-

rundfahrt und Rhein in Flammen

verwechseln,

sondern dass wir die Stille

und das Heilige, nicht nur in der Nacht

neu entdecken -

unser kleines und endliches Sein

spüren, aber mit Jesus Christus

gleichsam neu auf die Welt kommen,

auch wenn wir schon betagt sind.

Große Freude ist uns verkündigt

worden, soll in uns leben. Erbarmen

und Zuversicht werden uns begleiten,

Christus ist unter uns, urjung und uralt,

Freiheit und Erlösung als Geschenk.

Hanns Dieter Hüsch


Liebe Schwestern und Brüder!

Manchmal leben wir MITTEN IN DER NACHT. Eine schwere Erkrankung hat uns erfasst; der Verlust des Arbeitsplatzes wirft uns aus der Bahn; der Ehepartner hat uns verlassen; ein guter Freund wurde von unserer Seite gerissen; in ferne Kriegsgeschehen werden wir hineingezogen; unsere Kinder begeben sich auf Abwege. Viele Nöte, Ängste und Leiden - das ist die Nacht.

Aber MITTEN IN DER NACHT verkündet Weihnachten das Licht. Diese Botschaft möchten wir an die ganze Gemeinde, an die Bewohner der Stadt und an alle, die mit uns verbunden sind, weitergeben.

Die Priester und Laien der Gemeindeleitung wünschen Ihnen allen

EIN GNADENREICHES WEIHNACHTSFEST

UND EIN GESEGNETES NEUES JAHR 2004

Ihre

Paul Jakobi

- Propst -

Hans-Jürgen Kötemann

- Pastor -

F.W. Ricke

- Klinikseelsorger -

Clemens Schräder

- Pfarrer i.R. -

Pater Domingos Pereira, S.J.

- Seelsorger für die Portugiesen -

Schwester Irmgard

- Gemeindereferentin -

Schwester Lioba

- Gemeindereferentin -

Martina Raffenberg

- Pfarrgemeinderatsvorsitzende -

 


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